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Geschichte von Coburg

Geschichte von Coburg

Der erste schriftliche Eintrag über die Stadt Coburg ist im Jahre 1056 zu finden, denn zu dieser Zeit wurde die Überlassung des Coburger Landes durch Königin Richeza von Polen in einer Schenkungsurkunde protokolliert. Die Schenkung ging an einen Erzbischof namens Anno von Köln. Knapp 20 Jahre später wurde von diesem in der Nähe des Saalfelder Klosters das Sankt Peter und Paul Kloster errichtet. Im Jahre 1150 fand eine Verlegung des Klosters zur Morizkirche statt. Der Bau der heutigen Hauptkirche, der St. Morizkirche dauerte bis in das 15. Jahrhundert hinein an. Was heute als Ehrenburg bekannt ist, fand seinen Ursprung im Bau eines Franziskanerklosters um 1250.

Nachdem 1265 die Henneberger die Führung in Coburg übernahmen, folgte daraus die Entstehung des ersten Stadtwappens, der „Henne auf dem Berg“. Das Stadtrecht erhielt Coburg im Jahre 1331 durch Kaiser Ludwig der Baier. Das Stadtwappen der Stadt Coburg wurde in den folgenden Jahrzehnten noch zwei mal geändert. Zunächst erhielt das Stadtwappen das Bild des Meißener Löwens, nachdem Markgraf Friedrich III. von Meißen im Jahre 1353 die Herrschaft über Coburg von dem damaligen Henneberger Grafen Heinrich erbte. Das Stadtwappen wurde 1430 nochmals geändert und trägt seitdem das Bild des Heiligen Mauritius.

Nachdem Leipzig geteilt wurde, war Coburg ab dem Jahre 1485 den Ernestinern angehörig. Dank der Befürwortung der Reformation durch die sächsischen Kurfürsten konnte der damalige Pfarrer Balthasar Düring bis zum Jahre 1524 die Reform durchsetzen. Die Veste Coburg war in 1530 für einige Monate Zufluchtsort für Martin Luther. Nachdem Fürst Johann Ernst die Führung in Coburg übernommen hatte, wurde die Stadt im Jahre 1542 zur Residenzstadt erklärt. Diese Dekade dauerte bis zum Tode von Ernst im Jahre 1553 an. Die zweite Residenzzeit dauerte vom Jahre 1586 bis zum Jahre 1633. In dieser Zeit hatte Herzog Johann Casimir das Sagen, der dazu beitrug, dass viele bauliche Maßnahmen vorangetrieben wurden. Dazu gehörte der Bau des Zeughauses in der Herrengasse, die Errichtung des Regierungshauses und heutigen Stadthauses am Marktplatz sowie der Bau des Casimirianum-Gymnasiums. Darüber hinaus fand der Bau der Veste Coburg in eine Festung statt.

 

 

Nachdem im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges die Veste Coburg halb zerstört wurde, fand unter der Leitung von Herzog Albrecht der Wiederaufbau des Schlosses Ehrenburg statt. Das Schützenhaus wurde 1714 erbaut. Nachdem das Herzogtum Sachsen-Coburg-Saalfeld entstanden war, wurde Coburg von 1735 an wieder Residenzstadt. Das blieb so bis zum Jahre 1918, als der Monarchie ein Ende gesetzt wurde.

Im 19. Jahrhundert fand bedingt durch das Doppelherzogtum Sachsen-Coburg und Gotha ein permanenter Wechsel des Hofes statt, der zwischen Coburg und Gotha hin und her wechselte. Trotz des Hofwechsels konnten sowohl Coburg als auch Gotha eine eigenständige Landesverwaltung und einen stadteigenen Landtag beibehalten. Unter Herzog Ernst I. wurde das Schloss Ehrenburg um zwei Nordflügel sowie den Schlossplatz mit dazu gehörigem Schlossgarten erweitert. 1844 wurde das Kunst- und Naturalienkabinett eröffnet, welches heute als Naturkunde-Museum bekannt ist. Im Jahre 1852 fand die Gründung der Baugewerkschule (heute Fachhochschule Coburg) statt. Anfang des 19. Jahrhunderts waren in Coburg rund 40 Gewerbe gemeldet. Den Hauptanteil nahmen die Gewerbe Gerberei, Leinenweberei und Tucherzeugung ein.

Die erste Verkehrsanbindung durch die Werrabahn erhielt Coburg 1858 durch die Entstehung des Coburger Bahnhofs. Mitte des 19. Jahrhunderts gewann das Coburger Vereinsleben an Bedeutung. Besonders hervorzuheben ist hier der Deutsche Nationalverein, der neben der Veranstaltung des ersten deutschen Turn- und Jugendfestes auch zur Gründung des Deutschen Sängerbundes beitrug.

Mit der Errichtung eines Gaswerks im Jahre 1853 sowie dem Bau erster Leitungen für Trinkwasser im Jahre 1870 zog der Fortschritt in Coburg ein. 1903 folgte die Inbetriebnahme der Elektrizitätswerke, 1907 entstand eines der damals selten anzutreffenden Krematorien in Deutschland.

Mit dem Ende der Monarchie im Jahre 1918 vereinigte sich Coburg nach der Volksabstimmung im Jahre 1920 mit dem Freistaat Bayern. Die heutige Brose Fahrzeugteile GmbH, einer der größten Coburger Arbeitgeber, wurde im Jahr 1919 gegründet. Nach der Eröffnung des Hallenbades im Jahre 1907 folgte in 1926 ein Freibad.

Der zweite Weltkrieg ging an Coburg zwar nicht spurlos vorbei, der Schaden hielt sich jedoch in Grenzen, denn nur 44 Häuser der Stadt wurden komplett zerstört. Im Mai 2005 wurde Coburg zur Europastadt erklärt. Seit 2008 wurde durch den Ausbau der Bundesautobahn 73 eine bessere Verkehrsanbindung der Stadt gewährleistet.